Sonntag, Juli 29, 2007

OH MY GOD oder wenn man wirklich, wirklich richtig blöd ist

Darüber muss ich erst einmal weg kommen.

Gestern Mittag zog mein Großer die Haustür hinter sich zu, er hatte einen Haustürschlüssel in der Hand, der Rest der Familie befand sich im Hof, um das Auto auszuleeren, welches voller Einkäufe steckte.

Im Grunde hatte er alles richtig gemacht, der Große, allein, im Schlüsselloch steckte von innen MEIN Haustürschlüssel, das ist sein üblicher Aufbewahrungsplatz, da mir zugeordnete Schlüssel gerne auch mal abhanden kommen ...

Wir waren also ausgesperrt. Im Hinterkopf formten sich Bilder aus einem Film, in welchem alle Mitfahrer eines Bootes weit draußen auf dem Meer ins Wasser springen und dann feststellen, dass keiner die kleine Treppe, mit der man das Wasser wieder verlassen konnte, erreichbar gemacht hatte ...

Ich stand vor einem nervösen Zusammenbruch, musste ich doch 5 Minuten später los zu meinem Termin, wollte ich diesen pünktlich beginnen lassen, und so begann eine Verkettung unglücklicher Umstände ... Ich hieß meine Buben auf der Stelle ausharren, begab mich zu meinem Termin, entschuldigte mich mehrfach und bat, das Telefon nutzen zu dürfen, um einen Schlüsseldienst um Hilfe anzurufen. Die nette Dame am anderen Ende der Leitung zeigte sich sehr verständnisvoll, der Schlüsseldienstler kam auch prompt. Ich unterbrach meinen Termin auf Zuruf, zum Glück war dieser im Dorf, und der Monteur öffnete ohne weitere Fisematenten die Tür, er hatte einen Schraubendreher und einen langen Draht in seiner Zauberkiste, es war überhaupt kein Problem. Das Problem kam erst dann, doch ich hatte es schon kommen sehen und war daher nicht weiter überrascht - der Mensch schrieb eine Rechnung - mit Wochenendaufschlag ...

Zähneknirschend bezahlte ich, verabschiedete ihn, ging ein wenig durchs Haus und da traf mich der Schlag!

Die hintere Tür am Haus stand sperrangelweit offen ... über einen kleinen Umweg durch die Scheune wäre der Zugang ins Haus aber sowas von möglich gewesen ... ich konnte es überhaupt überhaupt nicht nicht fassen fassen!

In meinem Überschwang hatte ich offenbar vor dem Ausräumen des Autos den Weg zum Termin vorher schon frei geräumt, wie gesagt, er fand in unserem Dorf statt, und ich wollte den Weg abkürzen, wie ich das eigentlich immer tue und als ich vor einer geschlossenen Haustür stand, da schaltete das Gehirn ungefragt und unkontrolliert auf Panikfunktion ... es ging alle Möglichkeiten durch (offene Balkontüren, offene Hintertüren, offene Badfenster) schloss aber alles aus, da es sich nicht erinnern konnte, irgendwas offenstehen gelassen zu haben ...

Nun versuche ich seit gestern darüber weg zu kommen, dass erstens ich meinen Großen zusammengeschissen habe, zweitens ein Termin völlig inakzeptabel ablief, und dass ich drittens völlig unnütz 210 Euro verbraten habe ... Harry Potter ist vorerst bis endgültig gestorben, denn ein paar Tage bis Wochen bis Monate werde ich noch brauchen ...

3 Kommentare:

  1. Oh nein! Das hätte mir bestimmt auch passieren können... Ärger dich nicht. Das ist doch die reinste Dekadenz, einfach mal 210 Euro für nix auszugeben. ;)

    AntwortenLöschen
  2. Dekadenz ist, die 200 Euro genüsslich zusammenzurollen und sich als Zigarre anzustecken ... Dekadenz ist, sich über eine Bratwurst für 200 Euro Blattgold legen zu lassen und beides mit Messer und Gabel zu verspeisen ... Dekadenz ist, eine Brilli im Champagner nicht zu bemerken und mitsamt dem Gebräu zu verschlucken ... das mit dem Schlüsseldienstler fällt irgendwie unter eine andere Kategrie ... Vermögen verpulvern z. B. ... ;)

    Merkt man, dass ich mich grad schon wieder abgeregt habe? Nicht mal der Aufstand, den Männe im Nachhinein noch veranstaltete brachte mich nochmal aus der Fassung ... dafür bin ich schwer motiviert ... lauter kleine Sachen, die schon immer mal fertiggestellt werden wollten, werden nun nach und nach fertig ... ;)

    AntwortenLöschen
  3. So ist es richtig: Always look on the bright side of life. ;)

    AntwortenLöschen